„1.Mai “ sozialrevolutionär?

„In der anarchistischen Theorie bedeutet‭ „‬soziale Revolution‭“ ‬weit mehr als nur Revolution.‭ ‬Für Anarchist*innen ist eine echte Revolution weit mehr als nur ein Make-up in der politischen Verfassung,‭ ‬Struktur oder Form einer Gesellschaft.‭ ‬Es müssen sich alle Aspekte einer Gesellschaft‭ ‬-‭ ‬politische,‭ ‬wirtschaftliche,‭ ‬soziale,‭ ‬zwischenmenschliche Beziehungen,‭ ‬und so weiter‭ ‬-‭ ‬und die entsprechenden Personen verändern.‭ ‬Tatsächlich gehen diese beiden Transformationen Hand in Hand und ergänzen und unterstützen sich gegenseitig.‭ ‬Menschen verändern sich während sie die Gesellschaft verändern….

Politische Revolution bedeutet im Wesentlichen das Auswechseln von Chef*innen,‭ ‬während‭ ‬die soziale Revolution eine sich verändernde Gesellschaft meint,‭ ‬eine Transformation in der Art und Weise wie‭ ‬Gesellschaft sich organisiert und weiterentwickelt.‭ ‬Die soziale Revolution,‭ ‬anders formuliert,‭ ‬zielt nicht darauf eine Form der Unterwerfung gegen eine andere auszutauschen,‭ ‬sondern sehr darauf,‭ ‬alles zu beseitigen,‭ ‬was das Individuum versklavt und unterdrückt.‭…

Für Anarchist*innen ist eine soziale Revolution eine Bewegung von unten,‭ ‬wo die Unterdrückten und Ausgebeuteten für ihre eigene Freiheit kämpfen.‭ ‬Darüberhinaus erscheint eine solche Revolution nicht über Nacht.‭ ‬Sie sind‭ „ ‬nicht improvisiert.‭ ‬Sie werden nicht nach dem Wunsch von‭ ‬Einzelpersonen oder mächtigen Verbänden gemacht,‭ ‬sie kommen unabhängig von allen und jeder Verschwörung und sind immer auf die natürliche Kraft der Umstände zurückzuführen.‭“(‬Bakunin‭)….

Revolutionen brechen aus,‭ ‬wenn die Bedingungen dafür reif sind und können nicht künstlich hergestellt werden‭( ‬durch,‭ ‬sagen wir mal,‭ ‬eine Gewerkschaftsführung die aus heiterem Himmel an dem und dem Tag einen Streik ausruft‭)‬.‭ ‬Allerdings kann das Handeln von Individuen und Organisationen eine Revolution durch Propaganda und dem Organisieren von Kämpfen anstossen,‭ ‬so daß,‭ ‬wenn die Umstände sich ändern und die Menschen in der Lage und willens sind,‭ ‬in einer revolutionären Art zu handeln‭( ‬durch,‭ ‬sagen wir hier,einen spontanen Streik der sich zu einem Generalstreik ausweitet.‭)‬….“

der komplette Text hier:

„http://radiochiflado.blogsport.de/2011/06/20/was-bedeutet-fuer-anarchistinnen-soziale-revolutionanarchismus-faq-j-7/“>

Und was hat das mit dem „1.Mai“ zu tun?

Ursprünglich wurde der “ 1.Mai“ zum Gedenken der Toten von Haymarket 1889 ausgerufen. Am 1.Mai 1890 wurde dieser (Protest)Tag zum ersten Mal mit Massenstreiks und Massendemonstrationen begangen.

Die deutschen Nazis machten den „1.Mai“ zu einem „Tag der nationalen Arbeit“ und seit dem ist er gesetzlicher Feiertag . Dazwischen lagen Demonstrationsverbote und der „Blutmai“ 1929.

Von den Ursprüngen hat sich der „1.Mai“ weit entfernt. Wohl tauchen in den offiziellen Kundgebungen ab und an auch zentralgesteuerte „Proteste“ auf — sie haben aber ihren „aufrührerischen“ revolutionären Charakter längst verloren. Die Ideologie der Arbeit, deren Erhalt und deren Gebrauch, ist das einzige Thema geworden

Wie verträgt sich das mit sozialrevolutionärem Handeln? Sind solche Ereignisse wie der „1.Mai“ dafür eine Fläche?